Juni 2011
Berlin, Berlin
OHG-Schwimmerinnen fahren Qualifikation zum Bundesfinale ein!
Nicht nur für Fußballer ist die Bundeshauptstadt mindestens einmal im Jahr eine Reise wert. Auch für junge Sportlerinnen und Sportler beinahe aller Disziplinen übt die Spree-Metropole eine durchaus beachtliche Anziehungskraft aus, nämlich immer anlässlich des Bundesfinales des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“. In diesem Jahr wird auch eine Herner Vertretung anreisen!
Die Mädchen-Schwimmmannschaft der Wettkampfklasse IV (Geburtsjahrgänge 1998 – 2001) des Otto-Hahn-Gymnasiums hat sich am vergangenen Mittwoch die heißbegehrte Startberechtigung erkämpft. Die jungen Damen waren bereits zum Landesentscheid als zeitschnellstes Team in NRW angereist und bauten ihren Vorsprung auf die anderen Schulmannschaften im Dürener Jesuitenbad sogar noch aus. Dabei verbesserten die Damen ihre selbst aufgestellten Schulrekorde in allen fünf zu schwimmenden Wettbewerben und hatten schließlich eine Zeit von 4:44,46 Minuten zu Buche stehen, beinahe 30 Sekunden schneller als die zweitplatzierten Schwimmerinnen der St. Anna-Schule in Wuppertal.
Der Jubel unter den Mädels war groß und auf der Rückfahrt war der eingangs zitierte Liedtext nur der bekannteste aus einem Potpourri gängiger Weisen. Das Bundesfinale findet übrigens zwischen dem 18. und 22. September dieses Jahres statt. Aussichten? Die „Berlin city girls“ werden wieder alles geben!
Für das OHG im Wasser: Tabea Brabant, Lea Cramer, Lina Flagel, Katrin Groppe, Jasmin Hüchtebrock, Chiara Sökeland, Annika Wöstmann und Celine Zirolies.
Das Team wurde betreut von Annika Queens und Lena Trzaska
Jugend forscht
Wenn Kinder zu Forschern werden
Es begann eigentlich ganz harmlos. Bei einem Elternsprechtag letzten Jahres schlug Frau Krone, Chemie und Biologie Lehrerin des Otto-Hahn Gymnasiums Herne, den Eltern des 13-jährigen Marius Bender vor, ihren Sohn an dem Jugend-Forscht-Wettbewerb teilzunehmen. Rasch fand sich noch eine weitere Interessentin: Die gleichaltrige Sara meldete sich bei ihrer Chemielehrerin, um bei der Erforschung der Topinambur-Pflanze mitzuwirken. Wie viel Zeit und Aufwand es sie schlussendlich kosten würde war den neugierigen Siebtklässlern zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst. Hier das exklusive Interview von Schülern der Klasse 8D:
Schüler-Reporter: Eure Forschungen über die Topinambur-Pflanze sorgte für Aufsehen. Als Sieger bei dem regionalem 'Jugend forscht' Wettbewerb qualifiziertet ihr euch sogar für den landesweiten Vergleich, welchen ihr ebenfalls gewannt. Habt ihr denn mit dem Erfolg gerechnet?
Sara: Nee, eigentlich war mein bzw. unser Ziel erstmal Pluspunkte für die Zeugnisnote zu sammeln (lacht). Selbstverständlich gaben wir uns sehr viel Mühe mit dem Projekt, aber so etwas haben wir dann nicht erwartet.
Schüler-Reporter: Ihr erforschtet die Topinambur-Pflanze. Was genau habt ihr denn gemacht?
Sara: Wir haben die Süßkartoffel gekocht, anschließend über Nacht gewartet, sodass sich das Kochwasser grün färbte.
Schüler-Reporter: Und die Kartoffel selbst ?
Marius (grinsend): Ja die nicht, die haben wir dann gegessen.
Schüler-Reporter: Und was habt ihr mit dem Kochwasser angestellt?
Marius: Das haben wir halt erforscht und PH-Werte ermittelt und so was. ... So fanden wir heraus, dass die Farbe, die, die man aus der Topinambur erhält, ein ganz neuer Farbstoff ist, den man noch genauer erforschen muss. Wir haben dazu auch ein eigenes Verfahren zu Gewinnung des Farbstoffes entwickelt.
Schüler-Reporter: Das macht ihr immer noch?
Sara: Nein, unser 'Nachfolger' ist jetzt dran. Ja genau, und ganz alleine erforschten wir auch nicht. Wir trafen uns regelmäßig mit unserer Chemielehrerin bei ihr Zuhause oder bei uns und forschten dann. Sie hat uns sehr dabei unterstützt. Genau so wie unsere Eltern, die vor allem bei den Wettbewerben und den Vorbereitungen dafür uns eine echt Stütze waren. Dankeschön dafür noch mal!
Schüler-Reporter: Das alles muss ein riesiger Aufwand gewesen sein. Wenn man bedenkt, dass ihr letztes Jahr im November damit angefangen habt...
Marius: Wir trafen uns auch ein bis zweimal die Woche, zwei Wochen vor den Wettbewerben sogar jeden Tag. Manche Treffen gingen dann auch mal bis 22 Uhr abends. Es war schon ein großer Druck, der auf uns lastete, besonders vor dem landesweiten Vergleich. War viel Arbeit, aber hat sich letzten Endes gelohnt.
Schüler-Reporter: Wie entwickeltet ihr denn solchen Ehrgeiz dafür?
Sara: Immer wieder diese kleinen Fortschritte trieben uns voran weiter zu machen, weiter zu forschen.
Schüler-Reporter: Ihr spracht grad von einem 'Nachfolger'. Wer wird das sein und warum macht ihr nicht weiter?
Marius: Das wird ein Schüler aus unserer Klasse machen, den wir auch schon in das Thema eingeführt haben. Er macht dann genau da weiter, wo wir aufgehört haben und wird nächstes Jahr auch an dem Wettbewerb teilnehmen. Es ist nun einmal ein neuer Farbstoff, zu dem weitergeforscht und eine Formel aufgestellt werden muss.
Schüler-Reporter: Und ihr macht das aus welchem Grund nicht mehr?
Sara: Der Stress ist es hauptsächlich. In den letzten Wochen vor den Wettbewerben hatte ich nicht einmal Zeit, Hausaufgaben zu machen. Nach der Schule ging es auf direktem Weg zu Frau Krone. Nun reicht es erstmal.
Schüler-Reporter: Irgendwann noch einmal ?
Sara: Es kommt drauf an, war aber eine tolle Erfahrung und letztendlich ist man auch stolz auf sich selbst.
Die Schüler Felix Thomas und Leo Dorrali Nabi aus der 8D des OHG Herne interviewten Sara Kemerkaya und Marius Bender aus der 7D im Schuljahr 2010/2011.