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Jahrgangsstufe 6 Langeoog 2005

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von Kutterfahrt und Liebeskummer

Es war ein Montagmorgen (04.04.2005) an dem ich mich, wie jeden Tag, auf einem Baum am Parkplatz des OHGs niedergelassen hatte, um einige Autos zu markieren, wie es sich für eine anständige Möwe im Ruhrgebiet gehört, da vernahm ich früher als gewohnt – eigentlich war es fast noch Nacht – aufgeregtes Kindergebrabbel und quasselnde Mamis und Papis.
Und ich muss sagen, das hatte mein Interesse geweckt. Wo wollten die 144 Schülerinnen und Schüler hin?
„Langeoog“ hörte ich immer und immer wieder aus dem Stimmengewirr heraus. Ich kombinierte also blitzschnell, dass an diesem Tag scheinbar eine Klassenfahrt zu dieser ostfriesischen Insel beginnen sollte.
Im Stillen beschloss ich mit zu fliegen und die Gelegenheit zu nutzen, um auf Langeoog meine Tante Hedwig zu besuchen, die sich dort in den Salzwiesen zum Brüten niedergelassen hat.
Nachdem in drei Bussen alle Schüler, acht Lehrer sowie zwei verschreckte Referendare verladen waren und diverse Elternautos die Ausmaße der Busse erkannten, waren wir auch schon auf der A31 in Richtung Norden.
Nach ca. dreieinhalb Stunden und mehreren tausend Flügelschlägen konnte ich endlich am Hafen von Dornumer Siel eine Weile verschnaufen.
Was ich dort jedoch beobachtete, verwunderte mich sehr.
Ich musste mit ansehen, wie riesige Koffer – die begehbaren Kleiderschränken nicht unähnlich waren – von ihren kleinen Besitzern, auf einen scheinbar winzigen Kutter, mit dem verhängnisvollen Namen „Atlantis“, gewuchtet wurden.
Gott sei Dank sah der Kapitän aus wie ein Bilderbuch-Ostfriese, was auf gute nautische Fähigkeiten hoffen ließ.
Mir war das egal, ich konnte ja fliegen. Aber besser schlecht gefahren als gut geflogen.
Ich setzte mich also, nachdem das Gepäck verladen war, trotz aller Skepsis auf das Kapitänshäuschen und schon ging es mit dem Kutter los in Richtung Langeoog. Auf der Insel angekommen wurde es für die Schüler und die Lehrkräfte etwas anstrengend, denn die Umschichtung der Gepäckgiganten auf die Pferdekarren, nötigte alle Beteiligten zu heroischen Kraftanstrengungen.
In der folgenden Woche beobachtete ich die Schüler immer wieder aus der Ferne und blickte neugierig durch die Fenster der Schullandheime an der Garten- und Friesenstraße.
Einiges kann ich hiervon berichten:
Es folgten Kutterfahrten sowohl mit Sonnenschein, als auch mit Hagelsturm. Die Schüler aber hatten, so meine ich, bei jedem Wetter großen Spaß.
Besonders als diverse Meeres- und Krustentiere erst gefischt, dann beguckt, mit Namen angeredet und schließlich entweder verspeist oder zurück ins Meer bzw. in meine Reichweite geworfen wurden (was auch mir eine Menge Freude bereitete).
In den Salzwiesen, auf dem Weg zur Wattwanderung, schreckten die Schüler versehentlich meine Tante Hedwig auf, welche daraufhin verärgert einige Attacken auf diese flog. Scheinbar wurden die Schüler zuvor jedoch vor den Eigenarten meiner Tante von der Wattführerin gewarnt, denn sie hatten schon Kapuzen aufgesetzt, so dass alle unversehen die „Angriffe“ überstanden.
Aber ich muss schon sagen, die Menschenkinder sind merkwürdig, denn plötzlich standen alle im Kreis versammelt auf dem Wattboden, vollzogen Bewegungen als müssten sie dringend das stille Örtchen aufsuchen und versanken dabei bis zu den Knien im Schlamm.
Jetzt konnte sich keiner mehr der Anziehung des Watts entziehen.
Um ihre Halsschmerzen zu kurieren, lutschten noch einige Schüler an einem frisch ausgegrabenen Wattwurm und machten sich anschließend feucht, aber fröhlich auf den Heimweg.
Während der Inselführung kamen alle an einem Denkmal von Lale Anderson vorbei – die den Schülern sowie den Referendaren zwar völlig unbekannt war, aber auf der Insel fast prophetisch verehrt wurde. Selbst eine Torte wurde nach ihr benannt.
Auf dem Rückweg zur Unterkunft suchten die Schüler den Strand nach Überresten verblichener Krebs- und Weichtiere ab und spähten gierig nach wertvollen Bernsteinen.
So verging die Zeit wie im Fluge.
Die Stimmung war gut und wurde nur kurz vom Liebeskummer einiger Schüler unterbrochen. Die umschwärmten Jungs nahmen es, neben den vielen Fußballspielen als nette Randerscheinung hin und hielten den schmachtenden Blicken der Mädels in den meisten Fällen stand.
So kamen sie ohne gebrochene Herzen, mit Fotoapparat und den Köpfen voll denkwürdiger Ereignisse zurück nach Herne.
So, das war es von mir und ich glaube, dass ich auch in nächsten Jahr vom Ruhrgebiet zu den Robbenbänken nach Langeoog fliegen werde.

Eure Möwe Manfred (alias Remon Hippert und Heike Fischer)

Langeoog Berichte

Die Langeoog Fahrt 2005 von Christina Kurjinski, Klasse 6c

Als wir am Montagmorgen um 06.20 Uhr abfuhren, waren alle noch sehr müde. Die Hinfahrt mit dem Bus war sehr lustig. Endlich in Dornumersiel angekommen, dauerte es noch ca. 1 Stunde bis uns der Kutter zur Insel bringen konnte. In der Zwischenzeit wurden unsere Koffer auf den ersten Kutter gebracht, der mit den drei ersten Klassen losfuhr.
Auf der Insel angekommen, wanderten wir zu unserem Haus an der Friesenstraße. Herr Schenke teilte uns dann die Zimmer zu. Jetzt konnten wir unsere Koffer auspacken und danach durften wir in kleinen Gruppen die Insel erkunden. Um 17.45 trudelten wir wieder ein und trafen uns um 18.00 Uhr zum Abendessen. Um 22.00 Uhr mussten wir alle in unseren Betten liegen.
Am Dienstagvormittag gab es um 8.00 Uhr Frühstück. Danach wurden wir von Susanne über die Insel geführt und erfuhren somit mehr über die Insel und die Muscheln, die wir am Strand gefunden hatten. Am Nachmittag suchten wir am Strand nach Bernstein. Tatsächlich fanden einige von uns kleine Stücke, doch zum Reichwerden reichte es leider nicht.
Am Mittwochnachmittag zogen wir alle Gummistiefel an und unternahmen mit Susanne eine Wattwanderung. Spannend war das Einsinken im Schlick, aus dem sich ein paar von uns nicht mehr selbst befreien konnten, sondern von Susanne ausgegraben werden mussten.
Am Donnerstagnachmittag stand eine Kutterfahrt auf dem Plan. Nach dem Mittagessen zogen sich einige ihre Gummistiefel an und packten sich warm ein. Wir trafen uns um 13.15 Uhr, um zum Hafen zu laufen. In der Zwischenzeit hatte es wieder angefangen, leicht zu regnen. Die Kutterfahrt war wahrscheinlich für mehr als die Hälfte unserer Klasse das Schlimmste an der Woche in Langeoog, da es heftig stürmte und der Kutter mächtig schaukelte.
Am Abend organisierten Frau Starke, Frau Fischer, Herr Weidauer und Herr Schenke eine kleine Abschlussparty mit Musik und Chips.
Am Freitagmorgen gab es bereits um 7.30 Uhr Frühstück. Im Anschluss trugen wir unsere Koffer nach unten, damit sie abgeholt werden konnten. Um ca. 9.00 Uhr traten wir die Rückfahrt an.
Die Fahrt nach Langeoog war für uns eine schöne Klassenfahrt und hat viel Spaß gemacht.

Bilder von Frau Brünenberg

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