Befreiung KZ Auschwitz
Daumenzeichen ist unvergessen: Tod oder Leben
Nein, als Befreiung hat sie das Ende von Auschwitz nicht empfunden, betont Channa Birnfeld. Mit dem Namen verbindet sie eher das "Daumenzeichen" der Schergen - "nach links, nach rechts, Tod oder Leben".
Hernach hat die gebürtige Siebenbürgenerin vor allem zweierlei nicht verstehen können: "Es ist unglaublich, dass niemand etwas von dem Grauen gewusst haben will, und es war für mich unfassbar, dass die Welt noch steht."
Hoffnung setzt die sympathische Frau in die jungen Menschen: "Sie sollen andere, positive Werte weitertragen!" Mindestens einmal jährlich reist sie nach Herne, um auf dem jüdischen Friedhof am Hoverskamp in Baukau das Grab ihrer Schwester aufzusuchen.
Junge Herner und Hernerinnen sind es auch, die sich in jüngster Zeit besonders intensiv mit dem Thema beschäftigt haben:
Schülerinnen und Schüler des Haranni-Gymnasiums, des Otto-Hahn-Gymnasiums, des Pestalozzi-Gymnasiums, des Gymnasiums Wanne und der Gesamtschule Wanne haben jene Stellen in der Stadt aufgesucht, an denen einst bekannte jüdische Häuser standen, und entsprechende Gedenktafeln entworfen.
OB Horst Schiereck bezeichnete Auschwitz, heute Oswiecim, als den "größten moralischen und tatsächlichen Friedhof der menschlichen Geschichte". Zugleich unterstrich er: "Auch im Jahr 2005 wollen wir uns in Herne aktiv und ganz konkret mit dem dunkelsten Kapitel unserer Geschichte auseinander setzen - wir stellen uns der Erinnerung und wollen diese Aufgabe, diese Pflicht auch an die jüngere Generation weitergeben." geo 27.01.2005
Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der WAZ.
Den Bericht einer ehemaligen Schülerin des OHG von der Studienfahrt nach Auschwitz finden Sie hier.